Was zieht man an?

Wir präsentieren unseren schönsten Hund der Öffentlichkeit und es versteht sich, dass wir uns angemessen kleiden. Profis reisen im Trainingsanzug an und kleiden sich vor dem Richten um… Mensch und Hund ergeben ein Gesamtbild. Es sollte so perfekt wie möglich sein. Die Schuhe entsprechend dem Untergrund – Freiland Wiese oder Teppich in der Halle – , dass man gut laufen kann ohne zu rutschen. Die Kleidung sollte bequem, aber nicht zu leger sein, ordentlich und unauffällig, T-Shirts nicht zu kurz und eng, man möchte keine nackte Bauchfalte sehen. Farblich sollte sie dem Hund einen kontrastreichen Hintergrund bieten, wenn wir hinter dem Hund stehen. Also keine schwarze Kleidung bei tricolour oder blue merle Hunden. In jedem Fall einfarbige Kleidung, von der sich der Hund auch mit seinem vielfarbigen Kopf (schwarz mit Brand oder blue merle gefleckt mit Brand) gut abhebt. Lose Jacken- oder Blusenzipfel dürfen nicht flatternd stören. Auch wenn es warm ist, muss man die paar Minuten, die der Hund mit seinem Fell aushalten muss ohne kurze Hosen und Sandalen ertragen können.

Jeder Hund hat seine Ringnummer, die vorher zugestellt oder vor dem Richten am Richtertisch im Ring ausgehändigt wird. Man kann sie mit einer Sicherheitsnadel, einer speziellen Spange oder einer Tasche um den linken Arm, gut sichtbar tragen. 

Gut wäre eine Hosen- oder Jackentasche für die Leckerchen oder ein kleiner unauffälliger Bauchbeutel. 

Das Leckerchen

Ein wichtiges Thema! Es muss etwas Spezielles sein, das der Hund nur beim Training und im Ring bekommt! Keinen Futtersack mit 10 Würstchen um den Bauch schnallen… nur ein paar Leckerchen müssen für den gut trainierten Hund ausreichen. Er darf nicht nach dem Leckerchen drängeln, gar bellen oder es sonstwie einfordern. Es soll nur seine Aufmerksamkeit erregen! Steht ein Hund da und schaut interessiert in die Welt, dann LASSEN SIE IHN! Schöner kann er gar nicht aussehen!!! Langer Hals, neugierig in die Welt schauend!

So ist es richtig –
die Richterin hat einen Clicker,
um sich der Aufmerksamkeit des
Hundes zu versichern.

Die Richter haben alle ihre Tricks, wie sie den Hund dazu bringen, die Ohren zu zeigen und just in dem Moment, wo sich der Richter bemüht, fängt auch der Vorführer an, die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich zu lenken… so ärgerlich für den Richter – ER will den Ausdruck sehen, der Hund soll IHN anschauen und nicht seinen Vorführer… Ein auf ein Leckerchen stierender Hund hat KEINEN lieblichen Collieausdruck, er ist einfach nur gierig… Also vorsichtig im Umgang mit dem Leckerchen, insbesondere, wenn der Hund zu leichten Ohren neigt, kann das nach hinten losgehen. Legt er den Kopf in den Nacken, weil Sie es zu hoch halten, fallen die Ohrspitzen nach hinten, manche können auch bei Anspannung die Ohren stellen, die zu Hause IMMER perfekt sind… Und niemals ein Leckerchen reinschieben, wenn der Hund gar nichts macht… erst muss er machen, dann wird er belohnt… „bei Laune halten“ ist so eine dumme Ausrede. Üben Sie das zu Hause bei jeder sich bietenden Gelegenheit mal eben so… niemals oft hintereinander, immer mal zwischendurch: Steh… belohnen! Die Zeit zwischen dem Steh und der Belohnung ausdehnen, er muss lernen es auszuhalten, und das zeigt den gewünschten Ausdruck!

Das Vorführen

Der Richter hat nur wenige Minuten Zeit sich ein Bild vom Hund zu machen. Man geht von ca. 13 Hunden pro Stunde aus. Daher sollte sich der Hund so gut wie möglich präsentieren. Sauber, gepflegt, freundlich, aufmerksam und aufgeschlossen. Ängstliche und aggressive Hunde dürfen nicht auf eine gute Bewertung hoffen. 

Gesamteindruck der Konkurrenz

Man stellt sich anhand der Nummern nacheinander im Ring auf. Achten Sie auf Platz, meist ist genügend da, aber die Menschen stehen zu dicht. Manche Hunde mögen das nicht, sind unsicher und auch mal aggressiv, was unbedingt zu vermeiden ist. So weit Abstand halten, dass man bequem mit Abstand vor dem Hund stehen kann und ihn mit ein paar Schritten vor und zurück korrigieren kann. Schaffen Sie sich den Platz! Bemühen Sie sich um eine gute Stehübung, denn jetzt verschafft sich der Richter einen ersten vergleichenden Blick über die Konkurrenz. Er wird sie gemeinsam ein oder zwei Runden laufen lassen. Auch hier auf Abstand achten, damit Sie Ihre eigene Ganggeschwindigkeit einhalten können. Hier gilt es schon positiv ins Auge zu fallen. 

Einzelbewertung

Anschließend nimmt er die Einzelbeurteilung vor. In der Zeit, in der die anderen Hunde dran sind – wenn Sie viele vor sich haben – kann der eigene Hund entspannen. Er sollte aber niemals wie ein Fragezeichen im Ring stehen, denn der Richter kann schon mal einen Blick in die Runde werfen, dann lieber liegen lassen. 

Der Richter wird den Hund abtasten und sein Gebiß kontrollieren. Wenn Sie wissen, dass Ihr Hund das in keinem Fall zulässt, bitten Sie den Richter es zeigen zu dürfen. Wehrt sich der Hund und der Richter kann es nicht beurteilen, wird er den Hund u.U. nicht weiter bewerten. 

Gangwerksbeurteilung

Dann will er das Gangwerk des Hundes sehen und bittet Sie, entweder geradeaus auf und ab zu gehen (dabei sieht er wie sich der Hund im Kommen und Gehen bewegt) und danach im Kreis oder im Dreieck zu laufen – also hin in die rechte Ecke – dann die gegenüberliegende Gerade in die linke Ecke und zurück zum Richter.

Da der Collie sein Schwergewicht auf die Körpermitte legt, je schneller er trabt, kommen die Hinterpfoten praktisch mit den Vorderpfoten auf einer Linie auf den Boden. Manche Richter wollen aber die parallel verlaufenden Hocken sehen, daher geht man im Kommen und Gehen ganz normal. Will es der Richter schneller haben, wird er es sagen. Bei der Betrachtung des Seitengangwerks geht man schwungvoller, damit der Hund voll ausgreifen und einen eleganten Trab zeigen kann. Er soll nicht springen oder galoppieren. 

Beurteilung

Danach sollte der Hund in gutem Abstand zum Richter, der am Tisch seine Beschreibung des Hundes – den Richterbericht – diktiert, stehen, damit er eine gute Perspektive auf den Hund hat und nicht von oben auf ihn schauen muss, was das Gesamtbild verzerrt.

Jetzt zeigt er seine beste Stehübung mit aufmerksam aufgerichteten Ohren. Der Richterbericht wird nach dem Richten ausgehändigt oder per Email übermittelt. Dieses wichtige Dokument brauchen Sie für die Zuchtzulassung oder im Falle einer Anwartschaft auf einen Championtitel. 

Nach der Einzelbeurteilung stellen Sie sich hinten an der Reihe an.

Die Entscheidung

Jetzt geht es um die Wurst – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Hund muss sich so gut wie möglich präsentieren. Möglicherweise lässt der Richter vor seiner Entscheidung alle noch einmal im Ring oder einzelne Hunde gegeneinander laufen. Der Richter wird 4 Hunde für die Platzierung im Ring behalten, die anderen dürfen gehen. Danach platziert er von 1 bis 4. Mit Vorzüglich 1 bewertete Hunde bleiben am Ring, da um das CACIB, den besten Hund usw. gestochen wird. Der Ringhelfer sagt das. Beim CACIB läuft auch der V2 Hund mit um das res. CACIB, wenn der Sieger seiner Klasse das CACIB erhalten hat. Also nicht einfach davonlaufen… 

Gratulieren Sie dem Sieger, nehmen Sie Ihre Bewertung dankend an, egal wie sie ausgefallen ist. Öffentliche Kritik am Richter ist nicht erlaubt. Bei Formfehlern kann man bei der Ausstellungsleitung Einspruch erheben. 

Wenn Sie Glück haben, nehmen Sie eine kleine Erinnerungsgabe oder Rosette mit nach Hause. In jedem Falle aber den schönsten und besten Hund der Schau. 

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