40 Jahre Deutscher Collie Club…

Als 12jährige trat ich dem Verein für Deutsche Schäferhunde e.V. bei, um meine Colliehündin in deren Ortsgruppe ausbilden zu können. Als Kind war ich dort mit Collie willkommen, in der Hoffnung, dass die nächsten Hunde in meinem Leben Deutsche Schäferhunde sein würden. Die Hoffnung erfüllte sich nicht, aber der Grundstein für meine enge Verbundenheit zum VDH und allem, was sich rund um den Hund abspielte, war gelegt. Ich muss hier noch kurz einfügen, dass damals Hundezucht außerhalb des VDH auf Massenzuchten für den blühenden offiziellen Hundehandel beschränkt war. Der Handel bezog seine Hunde zum Teil mit FCI-Papieren aus Massenzuchten aus Holland und Dänemark, aber in Deutschland durften VDH-Züchter nicht mit dem Handel zusammenarbeiten. Um ihre Ware mit „Papieren“ auszustatten und sie für den Verkauf wertvoller zu machen, wurden Vereine gegründet und Ahnentafeln ausgestellt, die der Laie vom VDH kaum unterscheiden konnte. Aber die Qualität der über den Handel vertriebenen Welpen war von weitem zu erkennen. Ich konnte jedem Collie seine Abstammung ansehen… 1977 gründete ich mit zwei befreundeten Colliezüchterinnen die Collie Revue. Aus oben erwähnten Gründen blieb jegliche Berichterstattung nur im VDH-Bereich, hinzu kam, dass wir sehr stark international verknüpft waren und sich alles auf FCI-Ebene abspielen musste. 

Mit allen Wassern gewaschen…

Ich wurde mit meiner 2. Colliehündin – gerade mal 15jährig – Mitglied im Club für Britische Hütehunde, war sehr aktiv in der Öffentlichkeitsarbeit, bekam die Goldene Ehrennadel, war als Pressewart im Präsidium, bis ich es wagte in dieser Funktion die statistischen Ergebnisse zu unserer ersten Augenreihenuntersuchung im Verbandsorgan „Unser Rassehund“ zu veröffentlichen. Daraufhin wurde ich meines Amtes enthoben. Aktiv in der Hundeausbildung hatte ich eine Gruppe im Raum Köln zusammengetrommelt, die schließlich zur Gründung der LG Rheinland führte. 1977 trat ich aus dem Club aus, um für die Gründung der Collie Revue vereinsunabhängig zu sein. Man darf also sagen, dass ich von Kindes Beinen an mit allen Vereinswassern gewaschen bin…

Ein Zuchtverein nur für den Collie

Mit großem Interesse verfolgte ich wie der VDH gerichtlich gezwungen wurde, Zweitvereine pro Rasse zuzulassen. Die Pudel waren federführend, die Landseer ebenfalls, auch die Möpse waren recht schnell dabei. Und wie es so ist, die Unzufriedenheit im Club für Britische Hütehunde war unter den Collieleuten groß. Insbesondere die Tatsache der Delegiertenwahl, bei der das einzelne Mitglied praktisch keinen Einfluss auf das Vereinsgeschehen nehmen kann. Ich habe sie immer wieder ermuntert, doch einen eigenen Collieverein zu gründen. Aber wie? Ich hatte gute Kontakte zu den Mopsleuten und die erklärten sich bereit, uns zu helfen. So trafen wir uns – Familie Reinhard, Gerhard Scheithe, ich weiß nicht mehr wer noch, bei uns in Lohmar zu einem Informationsgespräch. Das muss 1986 gewesen sein. Unser großes Glück war, dass Gerhard Scheithe mit von der Partie war. Er war nicht nur ein erfolgreicher Colliezüchter, sondern kannte sich bestens im Vereinswesen aus, auch war er bereit, finanziell zu unterstützen. Meine holländische Freundin Violette Sanders zeichnete nach einem Porträt von Cookie vom Hause Reinhard das Logo, das heute noch verwendet wird. So waren die Formalien kein großer Akt, und der Deutsche Collie Club wurde gegründet. 

So lange der Verein nicht im VDH aufgenommen war, war das gar nicht so einfach für die Züchter. Heute muss der VDH aus kartellrechtlichen Gründen mehrere Vereine pro Rasse zulassen. Aber er kann die Bedingungen stellen, die jedoch nicht utopisch sein dürfen, jedoch schwierig genug, um nicht bei jedem Vereinsgerangel einen neuen Verein ausrufen zu lassen. Mehrere Vereine für eine Rasse bedeuten mehrere Zuchtbücher und Verwaltungsaufwand, und heute bei den schwindenden Eintragungsziffern, Meldungen und Engagement der Mitglieder, wird es immer schwieriger, selbst etablierte Vereine überhaupt noch am Leben zu erhalten. Damals jedoch hatten wir die Blütezeit der 90er Jahre noch vor uns – und ein Mehrrassenverein kann nie allen Rassen gleichermaßen gerecht werden. 

Ich selbst durfte mich nach den Vorarbeiten nicht weiter engagieren, da ich meinen Abonnenten der Collie Revue entsprechend Neutralität wahren musste. Aber bezahlte Anzeigen konnten in der Collie Revue veröffentlicht werden. So dienten diese am Anfang der Mitgliederinformation des neuen Collie Clubs.

Reges Vereinsleben

1987 startete das Vereinsleben so richtig… am 21.6. mit dem 1. Sommerfest in Odernheim, das ein Ringtraining einschloss. Es kamen 80 Leute mit 50 Collies, und am 13.9. dann die 1. Hauptzuchtschau in Erftstadt mit 72 Meldungen aus dem In-und Ausland, gerichtet von Dietmar Schäffer, Collies vom Sillufer, Österreich.

Die beiden Clubsieger: li Klaus Reinhard mit Akira und re Waltraut mit Ostwind vom Hause Reinhard

Weiterhin wurden die Collies speziell zu zwei Breitensportturnieren eingeladen. Ferner empfiehlt der Zuchtleiter Klaus Reinhard allen Mitgliedern dringendst ihren gesamten Bestand auf HD röntgen zu lassen und auch schlechte Ergebnisse zu melden: „Wir bekommen keinen Überblick über das wirkliche Problem der HD beim Collie, wenn nur die günstigen Ergebnisse zur Auswertung eingereicht werden.“ Übrigens war Dr. Witteborg damals schon HD-Auswerter, der erst vor kurzem in den Ruhestand ging und den DCC somit an die 40 Jahre lang betreut hat! Und es wird aufgerufen, dass man sich melden sollte, wenn Hündinnen spät oder gar nicht läufig werden oder leer bleiben, um zu sehen, was hier passiert. 

Und dann im Dezember 1987 der Höhepunkt:

Stop Press! Aufnahme in den VDH am 11.11.1987

Das 1. Zuchtbuch

Erschien zwar erst 1990 mit 188 Eintragungen. 1987 wurden nur zwei Würfe eingetragen mit 6 Welpen. 1988 waren es 18. Gerhard Scheithe züchtete bewusst viel, da der Verein Zuwachs haben musste. Den 3. Wurf im DCC hatte 1988 Familie Thier „von den Dreizehnmorgen“. Elke Thier führt heute noch das Zuchtbuch. 

Alle 40 Jahre…

40 Jahre Deutscher Collie Club e.V. – und genau im 40. Jahr wird ein neuer Collie Club ins Leben gerufen – der Collie e.V. 

Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Zukunft des Collies in diesen schweren Zeiten entwickelt und ob ein neuer Verein im VDH den notwendigen frischen Wind und kynologisch sinnvolle, zeitgemäße Förderung der Rasse Collie bringt.