1973 habe ich zum ersten Mal in Dortmund ausgestellt und die Bundessieger, die deutsche Prestige-Show, war viele Jahre lang Pflichtprogramm, traf man dort doch die internationale Elite und konnte sich einen guten Überblick über den Stand der Zucht verschaffen. Und natürlich war es meine Pflicht als Herausgeberin der Collie Revue zu berichten. Nun hatte ich die Collies einige Jahre vernachlässigt und es war Zeit, sich wieder einmal einen Überblick zu verschaffen.
Zunächst ein Wort zur Show selbst
Wir waren früh angereist, um einen guten Platz am Ring zu sichern, damit wir das Richten von Anfang an verfolgen konnten. Die Überraschung war groß – Besuchereinlass erst ab 10 Uhr!!! Das Richten beginnt um 10 Uhr… man kann sich am Ring erst einfinden wenn das Richten schon in vollem Gange ist! Wir „schmuggelten“ uns also als Begleitperson von Ausstellern mit mehreren Hunden ein. Meine Laune „hob“ sich an dem kleinen Ring… Eine Seite grenzte an den nächsten Ring, eine Seite blieb für die Aussteller, an den beiden restlichen Seiten durfte man nicht mal einen Stuhl aufstellen „von wegen Fluchtweg…“ so sagte man uns. Wer also kommt, um sich mit einer Rasse vertraut zu machen, der muss stehen. Ohne Katalog (ich wurde mehrmals danach gefragt und bekam fragende Gesichter auf meinen Hinweis „online“) ist das ganze total sinnlos. Wer sich für einen Collie interessiert hat noch nicht mal die Gelegenheit sich nach Züchtern/Ausstellern durchzufragen. In den irgendwo um den Ring verteilten „Camps“ der Aussteller kann man sich nicht orientieren. Auch war das was im Ring vorging nicht nur für den Unkundigen nebulös. Die Platzierungen konnte man oft gar nicht richtig wahrnehmen, gelobt sei das Internet, wo man ziemlich zeitnah nachschlagen konnte, wer was gemacht hat… (eine Tafel mit den Ergebnissen habe ich offenbar übersehen) also ich denke für die Kosten (54-74 Euro pro Hund je nach Meldezeit) und den Aufwand und bei so wenigen zu richtenden Hunden wäre ein kurzes Verharren auf den Plätzen angebracht gewesen. 14 Euro kostete der Einlass für eine erwachsene Person… per online Bestellung, von 17 Euro an der Kasse hörte ich. Erstaunlich, dass trotzdem Tausende von Zuschauern Einlass begehren, die sich in der Verkaufshalle drängen und die Vorführungen im Ehrenring verfolgen. Schon bei Betreten der Halle auf dem Weg zum Ehrenring brach ich – trotz Einladung vom VDH – ab. Nach stundenlangem Stehen am Ring konnte ich nicht mehr… Für das „Rahmenprogramm“ Rassebeurteilungen interessierten sich die wenigsten, da gab es kein Gedränge und man hatte im abseits als Aussteller und Zuschauer schön seine Ruhe.
Nun zu den Collies
Ruud Santen aus den Niederlanden, ein Colliespezialist, hatte 33 Meldungen erreicht, wovon 28 Hunde angetreten waren. Offenbar ist er den Jüngeren unter uns nicht mehr vertraut und ich wurde oftmals gefragt, wie er richtet. Ich wusste es nicht, aber ich erinnere mich noch an seine Hunde aus den 1990er Jahren… Ich werde immer wieder zu angekündigten Richtern befragt und ich denke, eine ausführliche Vorstellung der Richter im Vorfeld wäre hilfreich. Ruud Santen vergab 9 x vorzüglich und 6 x gut. Ich habe vermisst, dass die Hunde einer Klasse wenigstens eine gemeinsame Runde gelaufen sind. Bei max. 4 Hunden in 3 Klassen wäre das sicher machbar gewesen.

Leider fielen nur wenige Hunde auf, die frei und fröhlich durch den Ring trabten. Ein Gewinner wurde hinterhergezogen und ich hörte Zuschauer entsetzt fragen: „Warum tut man das dem Hund an, wenn er es doch nicht mag?“ Später wurde ein anderer Hund, der nicht laufen wollte, vom Richter freundlich gebeten den Ring zu verlassen. Leider wurden einige Hunde trotz ausdrücklicher Richtlinie des VDH an hochgezogener Leine vorgeführt. Wir wissen nicht, wer am Ring steht und zuschaut! Das gesamte Ausstellungswesen steht auf der Abschussliste. Solche Schauen MÜSSEN eine Werbeplattform für Rassehunde sein. Und ich wünsche mir generell Richter, die bei der Vergabe des BOB den Repräsentanten der Rasse im Ehrenring vor großem Publikum im Sinn hätten – „einen Hund von großer Schönheit und gelassener Würde. Die Grundaussage ist, dass trotz all seiner Schőnheit, der Collie ein Arbeitstier ist.” (Original Standardwortlaut). Hier die Ergebnisse bei onlinedogshows.eu

Hier die weiteren Platzierungen soweit Fotos vorhanden:




Das Ende zum Schluß
Ich habe mir den Spaß gemacht, 17 von 25 Hunden von hinten zu fotografieren. Es gelang mir nicht bei allen. Die Veteranenklasse der Hündinnen habe ich leider „verquatscht“.


Bei den Kurzhaar Collies schaute ich nur kurz bei den Rüden rein. Es ist in der Tat eine gänzlich andere Rasse und – zum Glück – keine kurzhaarige Variante des Langhaar, jedenfalls nicht von dem Typ, den man den „modernen“ nennt, was immer das auch zu bedeuten hat.

Für mich war es schön, alte Freunde wieder zu sehen und in Erinnerungen zu schwelgen.
